Dr. Sven Lee, Dr. S. Dausch, Dr. G. Maierhofer und Prof. Dr. Dieter Dausch von der Praxis Prof. Dr. Dieter Dausch, Amberg, untersuchten die Wirkungsweise des Augensprays Tears Again zwischen August 2003 und Mai 2004 in einer Doppelblindstudie an 382 Patienten. Es handelte sich ausschließlich um Patienten, die seit mindestens einem Jahr unter Trockene Augen litten und die bereits andere Präparate zur Therapie verwendet hatten, ohne daß diese den gewünschten Effekt gezeigt hatten.


Bei den eingesetzten künstlichen Tränenersatzmitteln handelte es sich um wässrige Augentropfen, die im Wesentlichen aus Wasser und einem Verdickungsmittel wie etwa Polyvinylalkohol, verschiedenen Methylcellulosen, Carbomer, Hyaluronsäure oder Polyvidon bestehen. 30 Prozent der 382 Patienten hatten im Verlauf Ihrer Erkrankung mehr als fünf Tränenersatzmittel verwendet.
Eine ähnliche Studie, wenngleich mit weniger Teilnehmern, wurde am Flugmedizinischen Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck vorgenommen.

Die 382 Patienten der Doppelblindstudie wurden in zwei Gruppen zu jeweils 191 Personen unterteilt, die Behandlungsgruppe erhielt Tears Again, die Kontrollgruppe dagegen ein Placebo. Im Hinblick auf die im BUT-Test gemessenen Tränenfilmaufreißzeit unterschieden sich die beiden Gruppen nicht bedeutsam von einander. Gleiches gilt für die Lidrandentzüngen, wo beide Gruppen in etwa zu gleichen Teilen Patienten mit und ohne Lidrandentzündung enthielten.
Zudem wiesen beide Gruppen im Schirmer-I-Test gleiche Quantitäten der wässrigen Phase des Tränenfilms auf und auch hinsichtlich der Sehschärfe unterschieden sich die Gruppen nicht. Über einen Zeitraum von sechs Monaten wurden die Patienten hinsichtlich folgender Kriterien untersucht:
Lidkantenparallele konjunktivale Falten (LIPCOF)
Break-up-Time (BUT)
Schirmer-I-Test
Korrigierte Sehschärfe
Spaltlampenbefund von Lidrand, Hornhaut und Bindehaut
Bereits vier Wochen nach Therapiebeginn nahm die Zahl der Lidrandentzündungen nach Beginn der Therapie in der Behandlungsgruppe, also bei den Patienten, die Tears Again erhielten, signifikant stärker ab, als bei der Kontrollgruppe. So fiel die Anzahl von Lidrandentzündungen in der Kontrollgruppe innerhalb von vier Wochen von 50,8 auf 38,7 Prozent, in der Behandlungsgruppe dagegen von 59,7 auf 15,7 Prozent. Dies bedeutete, daß von den 114 Patienten, die vier Wochen mit Tears Again behandelt wurden, nur noch 30 eine Lidrandentzündung hatten. Nach sechs Monaten war in der Kontrollgruppe, die ein Placebo und nicht Tears Again appliziert bekam, ein Anstieg der Lidrandentzündungen auf 40,8 Prozent aller Patienten festzustellen. In der Behandlungsgruppe sank dieser dagegen weiter und betrug nach sechs Monaten nur noch 6,3 Prozent. Die Zahl der an Lidrandentzündung Erkrankten fiel damit innerhalb von sechs Monaten von 114 auf 12, was einem Rückgang von 89,5 Prozent entspricht.


Die Studie schenkte den subjektiven Eindrücken und der Zufriedenheit der Patienten besondere Aufmerksamkeit und erfaßte diese durch regelmäßige Befragungen. Die dabei gewonnenen Ergebnisse waren folgende:
“93,2% der Patienten dieser Studie waren der Meinung, dass die Verträglichkeit von Tears Again sehr gut bis gut ist. bei 23,8% der Patienten kam es zu einem leichten Brennen bei den ersten Anwendungen von Tears Again. … Bei der
Befragung der Patienten bezüglich der Wirksamkeit von Tears Again verglichen mit den bis dato genommenen Präparaten konnten wir folgende Ergebnisse eruieren: Durch die abwechselnde Applikation von verschiedenen anderen Tränenersatzmitteln kam es bei insgesamt 43% der Patienten subjektiv zu einer Besserung der Symptomatik, die jedoch von kurzer Dauer ist. Lediglich 12% der Befragten gaben an, dass die Beschwerden durch die regelmäßige Applikation von anderen Tränenersatzmitteln für einen längeren Zeitraum verschwunden waren. In unserer Behandlungsgruppe kam es bei 44% der Patienten zu einer leichten Besserung bwz. Besserung für eine kurze Zeit und interessant ist ebenfalls die Tatsache, dass in 41% der Fälle die Symptome für eine längere Zeit verschwanden. … In der Kontrollgruppe kommt es immerhin noch in 12% de Fälle zu einer Besserung der Symptomatik für eine längere Zeit und in 45% der Fälle konnte kein Unterschied festgestellt werden.”
Die Studie kam zu folgendem Ergebnis:
“Die untersuchten Parameter LIPCOF, BUT und Schirmer waren in der Behandlungsgruppe signifikant besser als in der Kontrollgruppe. Ebenfalls signifikante Besserungen fanden wir insbesondere bei den Lidrandentzündungen mit einem bemerkenswerten Rückgang von 89,5%. Die Befragung der Patienten ergab u. a., dass das Augenspray mit Phospholipid-Liposomen insgesamt zu einer deutlichen subjektiven Besserung der Symptomatik in 72% der Fälle führte und sämtliche Patienten die Applikation als Spray vorteilhafter und angenehmer empfanden als die vorher angewandten Tränenersatzmittel in Form von Augentropfen.”
Abschließend heißt es:
“Zusammenfassend können wir als Ergebnis dieser Studie darstellen, dass das Präparat TEARS AGAIN Augenspray durch die Wirkung der Phospholipid-Liposomen ein innovatives und effektives Präparat zur Behandlung des trockenen Auges darstellt. Sämtliche Patienten wurden zuvor über Jahre hinweg bereits mit herkömmlichen Tränenersatzmitteln erfolglos behandelt. Bei allen untersuchten Parametern stellten sich Besserungen ein, besonders signifikant war aber der Rückgang der Lidrandentzündungen um 89,5%.
Im Zusammenhang mit dem Trockenen Auge ist dies äußerst bedeutsam, da Lidrandentzündungen stets auch auf eine Störung der Lipidschicht hinweisen. Die Befragung der Patienten ergab unter anderem, dass das Augenspray mit Phospholipid-Liposomen bei insgesamt 72% zu einer subjektiven Besserung führte, wenn gleich ein leichtes initiales Brennen nach der Applikation in einigen Fällen angegeben wurde. Alle behandelten Patienten empfanden die Applikatoins als Spray vorteilhafter und angenehmer als die zuvor angewandten Tränenersatzmittel in Tropfenform.
Aufgrund der Tatsache, dass bei nahezu 80% der Patienten mit Trockenem Auge eine Störung der Lipidphase vorliegt, stellen die Phospholipid-Liposomen ein revolutionäres Verfahren in der Therapie des Sicca-Syndroms dar und sind deshalb als Mittel der ersten Wahl anzusehen.”
Der Text der Studie findet sich in: Klin Monatsbl Augenheilk, 2004; 221, S. 825-836