Refraktive Chirurgie

Refraktive Chirurgie ist der Oberbegriff für alle operativen Eingriffe am Auge, mit denen das Tragen einer Brille oder von Kontaktlinsen überflüssig gemacht werden soll. Allen diesen Operationen ist gemein, daß diese darauf abzielen, aus einem fehlsichtigen Auge ein normalsichtiges zu machen.
Japanische Forscher waren die ersten, die derartige Techniken entwickelten. Im Jahr 1940 begannen diese mit der chirurgischen Bearbeitung der Hornhaut. Es dauerte weitere dreißig Jahre, bis zum Jahr 1970, als der russische Augenarzt Fyodorov diese Ansätze aufgriff und die Radiäre Keratotomie entwickelte. Diese wurde zur ersten Operationsmethode, mit der Kurzsichtigkeit erfolgreich korrigiert werden konnte. Allerdings stellte sich im Laufe der Jahre heraus, daß diese die Erfolge Fyodorovs doch nicht überschätzt werden durften.

Seit den Arbeiten Fyodorovs wurde eine Reihe neuer Verfahren zur operativen Korrektur von Fehlsichtigkeiten entwickelt. In diesem Zusammenhang ist an erster Stelle der Excimer-Laser zu nennen. Dieser Begriff steht für “excited dimer”. Der Excimer-Laser ist ein Kaltlicht-Laser, der seine Energie aus einem Argon- und Fluorid-Gas-Gemisch bezieht und sehr kurze Lichtstöße abgibt. So dauert ein Lichtimpuls dieses Lasers nur eine hundertmillionstel Sekunde. Trifft ein derartiger Lichtimpuls auf die Hornhaut, trägt er von dieser ungefähr einen zweitausendstel Millimeter ab.

Der große Vorteil des Excimer-Lasers für den Operateur ist, daß man mit diesem sehr gezielt arbeiten kann und exakt bestimmen kann, wieviel und welches Gewebe von der Hornhaut abgetragen wird. Außerdem entwickelt sich beim Auftreffen des Laserimpulses auf das Gewebe keine Wärme, so daß keine Verbrennungsschäden auftreten können. Die beiden gebräuchlichsten Operationsmethoden, bei der der Excimer-Laser Anwendung findet, ist die seit Ende der 1980er Jahre genutzte Photorefraktive Keratektomie (PRK) und die Laser-in-situ-Keratomileusis (Lasik).

Wenngleich Excimer-Laser-Operationen in vielen ophtamologischen Kliniken weltweit praktiziert werden, ist diese Methode doch noch nicht als vollständig etabliert zu betrachten. Ausschlaggebend hierfür ist die Tatsache, daß noch zu wenige Ergebnisse von Langzeitstudien vorliegen, die die langfristigen Auswirkungen dieser Operationsmethoden offenlegen.

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