Trockene Augen durch Störung der Lipidschicht
Eine neuere Studie der Universitäts-Augenkliniken Essen und Heidelberg kam zum Ergebnis, daß bei 80 Prozent der Menschen, die unter Trockenen Augen leiden, eine Störung der Lipidschicht
Auslöser oder Mitverursacher der Erkrankung bildet. Bei diesen Patienten bilden die Tränendrüsen zwar im Prinzip genügend Flüssigkeit, jedoch reißt der vorhandene Tränenfilm aufgrund einer nicht intakten Lipidschicht zu schnell auf, wodurch zehn bis zwanzigmal mehr Tränenflüssigkeit als normal verdampft. Dieses Phänomen erklärt außerdem, wieso manche Patienten, die unter dem Sicca-Syndrom leiden, über tränende Augen klagen: Da der Tränenfilm bei diesen Menschen nicht mehr stabil genug ist, verdunstet mehr Tränenflüssigkeit als im gesunden Auge.
Die besonders häufig auftretenden Störungen der äußeren Lipidschicht wurde unter anderem bei chronischen Lidrandentzündungen (Blepharitis), Kontaktlinsenträgern, trockener Raumluft und Bildschirmarbeit wie auch bei hormonellen
Veränderungen, insbesondere in den Wechseljahren, festgestellt. Die genannte Studie kam zum Ergebnis, daß die wäßrige Phase des Tränenfilms nur bei etwa jedem zehnten Patienten tatsächlich die alleinige Störung ist, die dann die Beschwerden verursacht. Dies könnte erklären, warum die herkömmliche Behandlung des Trockenen Auges mit Benetzungsmitteln, die die Flüssigkeitsmenge erhöhen sollen, oft nicht den von den Patienten gewünschten Erfolg bringt.
Ganz im Gegenteil wurde sogar nachgewiesen, daß durch das Einträufeln der Tränenersatzmittel die Verdunstung noch erhöht wird. Weil aber knapp 80 Prozent der Betroffenen aufgrund der Störung der Lipidschicht ohnehin schon eine zu starke Verdunstung der Tränenflüssigkeit aufweisen, ist dies überaus problematisch. Es führt dazu, daß die Verwendung der Tränenersatzmittel nur kurzfristig die gewünschten Erleichterung zu verschaffen vermag, das eigentliche Problem aber tatsächlich verstärkt wird. Das ist auch der Grund, weshalb die Tränenersatzmittel meist sehr häufig verwendet werden müssen. So applizieren nahezu 60 Prozent der Betroffenen diese Mittel öfter als achtmal täglich. Für viele Menschen ist dies mit wiederholten Unannehmlichkeiten, etwa am Arbeitsplatz, und der wiederholten Unterbrechung von Alltagstätigkeiten verbunden.
Einen anderen Weg beschreitet deshalb die moderne Liposomen-Therapie. Sie basiert auf den Erkenntnissen der Untersuchungen an den Universitäts-Augenkliniken Essen und Heidelberg und hat zum Ziel, die zumeist geschädigte Lipidschicht des Tränenfilms wieder zu stabilisieren. Diese Therapie beruht darauf, dem Tränenfilm die diesem fehlenden Lipide durch einen neu entwickelten Trockene Augen-Spray zuzuführen.
